Pandemie drückt auf Jahresrechnung

Geschäftsbericht 2020│Die Corona-Pandemie hat der Barmelweid 2020 einen Verlust von 1,3 Millionen Franken beschert. Dies vor allem deshalb, da viele der mittlerweile über 500 betreuten Corona-Patientinnen und -Patienten in Zweierzimmern einzeln isoliert werden mussten und die Klinik damit die Zimmerkapazitäten nicht voll ausschöpfen konnte. Zudem blieben auf-grund des Verbots der Wahleingriffe weitere Patientinnen und Patienten aus. Erfreuliches gibt es dafür vom Bau: Die Arbeiten gehen voran und werden im Frühling ihren Abschluss finden.

| Medienmitteilung

Die Barmelweid schaut zurück auf ein turbulentes Jahr: Quasi über Nacht hat sich die Klinik während den beiden Pandemiewellen jeweils in ein Akutspital verwandelt. «Über 500 Corona-Patientinnen und -Patienten hat die Barmelweid unterdessen erfolgreich behandelt. Dies vor allem dank der langjährigen Erfahrung und grossen Expertise in der Pneumologie und in der pulmonalen Rehabilitation – und dank unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welche die extremen Herausforderungen auf aussergewöhnliche Weise gemeistert haben», erklärt CEO Beat Stierlin.

Doch die coronabedingten Umstellungen haben ihren Preis: Die Klinik verzeichnet 2020 einen Verlust von 1,3 Millionen Franken, und dies obwohl die Pflegetage – durch mehr zur Verfügung stehende Betten – insgesamt um 12,2 Prozent auf 84'510 gesteigert werden konnten. Das Minus ist darauf zurückzuführen, dass viele der Corona-Patientinnen und -Patienten in Zweier­zimmern einzeln isoliert werden mussten und die Zimmerkapazitäten damit nicht voll aus­geschöpft werden konnten. Zudem fehlten der Klinik wegen des Verbots der Wahleingriffe weitere Patientinnen und Patienten.

Klinik bisher noch nicht für Ausfälle entschädigt

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Auslastung in der Klinik 2020 auf 89,6 Prozent (2019 95,8 Prozent) gesunken ist. Entschädigt worden ist die Barmelweid für ihre Ausfälle bis­her nicht. «Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht geklärt, ob und wie die Barmelweid für ihre Covid-Sonderkosten und Ertragsausfälle entschädigt werden wird», sagt Verwaltungsrats­präsident Dr. Daniel Heller.

Trotzdem blickt die Barmelweid optimistisch in die Zukunft: Die Klinik hat sich innerhalb kürzes­ter Zeit eine grosse Expertise in der Behandlung und Rehabilitation von Corona-Patientinnen und -Patienten angeeignet und ist zudem Vorreiterin in der Behandlung von Long-Covid-Betroffenen.

Lichtblick: Neubau innen und aussen geht in grossen Schritten voran

Im vergangenen Herbst hat die Barmelweid ihre neue Umgebung und den Therapiegarten bepflanzt. Das Herzstück der insgesamt 350 gesetzten Pflanzen ist dabei die fünf Tonnen schwere und neun Meter hohe Waldföhre, die bis zu 500 Jahre alt werden kann. Sie steht passend als Symbol der Beständigkeit in der jetzigen Zeit, in der gerade nichts mehr Beständig­keit zu haben scheint.

Auch im Inneren der Klinik hat sich einiges verändert: So verbindet die neue Eingangshalle mit der repräsentativen Treppe und den Wandbildern von Renate Buser und Felix Hoffmann die beiden Häuser A und B. Im neuen Bettenhaus A wurden die letzten neun Zimmer in Betrieb genommen. Die Barmelweid betreibt mit Klinik und Pflegezentrum damit neu 285 Betten. Das Haus B ist sanft renoviert worden, praktisch alle Parkplätze sind unter den Boden verschwun­den und die gesamte Energieversorgung ist auf dem neusten ökologischen Stand.

Bereits 2020 aufgegleist: Führungswechsel auf der Barmelweid

Nach über 20 Jahren an der Spitze der Barmelweid wird CEO Beat Stierlin die Klinik im Som­mer 2021 in Richtung Ruhestand verlassen. Nachfolger wird Dr. med. Serge Reichlin, der seine Arbeit am 1. Mai 2021 aufnehmen wird. Gewählt wurde Serge Reichlin vom Verwaltungsrat bereits im Sommer 2020. Seinen Nachfolger wird Beat Stierlin während zwei Monaten sorgfältig einführen, denn die reibungslose Übergabe aller Aufgaben ist der Barmelweid wichtig.


Wer ist die Barmelweid?
Die Barmelweid ist die führende Spezial- und Rehabilitationsklinik in der Nordwestschweiz. Mit über 700 Mitarbeitenden betreut sie jährlich über 3‘500 stationäre Patientinnen und Patienten. Die Klinik ist spezialisiert auf geriatrische, internistische, kardiovaskuläre und pulmonale Rehabilitation, psychosomatische Medizin und Psychiatrie sowie Schlafmedizin. Neu ist das Behandlungsspektrum mit einem speziell auf Long-Covid-Betroffene zugeschnittenen Angebot ergänzt worden.

Online-Version GB 2020