Der hilflose Therapeut und seine Abwehrleistungen – Psychotherapeutische Selbstverständnisse in Zeiten von Selbstoptimierung und Positiver Psychologie
Psychosomatisch-psychotherapeutisches Kolloquium
Wie verändern gegenwärtige Selbstoptimierungsdiskurse und Narrative der Positiven Psychologie therapeutische Selbstverständnisse? Im Zentrum steht die These, dass der zunehmende Fokus auf Ressourcen, Wirksamkeit, Steuerbarkeit und Positivität auch als Abwehr gegenüber Gefühlen von Begrenztheit und Ohnmacht in der therapeutischen Arbeit gelesen werden kann. Vor diesem Hintergrund fragt der Vortrag, welche Ideale von Gesundheit und Lebensglück das therapeutische Imaginäre prägen – und wie viel Raum darin noch für die eigensinnige Subjektivität von Patientinnen und Patienten bleibt.
Referentin
Dr. Senta Brandt ist Psychologin (M.Sc., Universität Wien), promovierte Sozialwissenschaftlerin (Lehrstuhl für Sozialtheorie und Sozialpsychologie, Ruhr-Universität Bochum) und Autorin (Kritik der Positiven Psychologie, Psychosozial-Verlag, 2024) sowie Mitglied der Gesellschaft für Kulturpsychologie. Aktuell arbeitet sie als psychologische Beraterin in München und befindet sich in Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin.
Credits
Credit SAPPM und FSP beantragt